Mein Himmelskind

Erfahrungsbericht von Erika Wick

oder: Das kurze Leben von Maria-Anna

In meinem Leben bevor ich Gott kannte, traf ich viele falsche Entscheidungen, die jeweils ihre - meist negativen - Folgen nach sich zogen. Eine Entscheidung damals war, mich mit einem Mann auf ein sexuelles Abenteuer einzulassen. Dies blieb ebenfalls nicht ohne Folgen und so stellte ich bald fest, dass ich schwanger war. 

Ein „ungünstiger Zeitpunkt“...

Obwohl ich immer Kinder haben wollte, war dies nun doch ein „ungünstiger Zeitpunkt“, da ich einerseits gerade dabei war, mich beruflich neu zu orientieren und eine Karriere zu beginnen, andererseits aber auch die Beziehung zum Kindsvater vertiefen und ausbauen wollte, denn eine gemeinsame Zukunft konnte ich mir schon mit ihm vorstellen. 

 

Als der Kindsvater mir deutlich machte, dass er weder jetzt noch in Zukunft Kinder möchte und mich vor die Wahl zwischen ihm und dem Kind stellte, war dies für mich eine innere Zerreißprobe, in der ich keinen Ausweg fand. In diesem Moment erfasste ich intuitiv, dass eine vertrauensvolle Beziehung mit diesem Mann nicht mehr möglich sein wird, konnte aber zu dem Zeitpunkt keine konsequenten Schritte einer Trennung gehen. So entschied ich mich gegen mein Gewissen und gegen mein Kind, für den Kindsvater. 

 

Dieser nahm mir dann das Versprechen ab, niemals mehr darüber zu sprechen, was ich ihm auch bereitwillig gab. Ich dachte, dass ich das schon „auf die Reihe“ bekomme. Innerlich war ich gefühlsmäßig seitdem wie abgestellt; ich nahm meine Gefühle gar nicht mehr richtig wahr und „funktionierte“ wie ein Roboter. 

Ich versuchte das zu verdrängen...

Als der Tag der Abtreibung kam, fühlte ich mich einsam, verlassen und verloren und hoffte auf irgendein ermutigendes Wort von irgendjemandem, damit doch noch eine Wende eintreten konnte. Nach dem Eingriff war ich selbst wie tot und mein Gewissen fing an, mich anzuklagen. Ich versuchte das zu verdrängen und wieder „normalen Alltag“ zu leben, aber es gelang mir nicht wirklich - nichts mehr war, wie es früher war. 

 

Ich zog dann von NRW nach BAY. In mir verspürte ich den starken Wunsch nach einer erneuten Schwangerschaft, der sich dann auch ca. 2 Jahre später erfüllte. Insgeheim hatte ich für mich entschieden, nicht mehr abtreiben zu lassen und wollte meine Entscheidung auch bis in die letzte Konsequenz durchfechten. 

Im Stillen verurteilte ich mich für die Abtreibung...

Ich heiratete und ich brachte im Abstand von zwei Jahren zunächst eine Tochter, dann einen Sohn zur Welt. Beide Schwangerschaften verliefen für mich sehr anstrengend und so kämpfte ich jeweils bis kurz vor der Geburt mit starker Übelkeit. Im Stillen verurteilte ich mich für die Abtreibung und dachte, dass dies die Strafe dafür sei - warum sollte ich jetzt die Schwangerschaften genießen? Nach der Geburt meines Sohnes bekam ich dazu noch eine unerkannte Wochenbett-Depression, die nicht behandelt wurde, und so bekam ich immer häufiger Depressionen, die bis hin zu Todessehnsüchten gingen. 

 

Während der Stillzeit beider Kinder konnte ich fast keinen Augenkontakt zu meinen Kindern aufnehmen, weil ich in den Augen meiner Kinder immer die Augen meines getöteten Kindes wahrnahm, die mich so anstarrten. Dies hatte zur Folge, dass ich schon zu Beginn keine gute Beziehung zu meinen Kindern aufbauen konnte, was dann, nachfolgend, weitere Schwierigkeiten nach sich zog und ich war in relativ kurzer Zeit völlig überfordert. Ich lud immer mehr Schuld auf mich und bekam Depressionen, weil ich aus dieser Spirale keinen Ausweg mehr fand. Irgendwann wollte ich nur noch sterben, um aus diesem Schreckensdasein erlöst zu werden.

Alles war so hoffnungslos...

Meine Ehe war in Scherben zerbrochen und ich hatte keine Kraft mehr, um noch irgendeine Entscheidung zu treffen. Alles war so hoffnungslos. 

Ich hatte ihn nicht gesucht, aber ER war plötzlich einfach da...

Nach sechs Jahren kam die Wende durch ein übernatürliches Erlebnis, in dem ich eine persönliche Begegnung mit Gott hatte. Ich hatte ihn nicht gesucht, aber ER war plötzlich einfach da, saß - wie eine Art „Lichtgestalt“ - in meiner Küche im Schaukelstuhl und schaute mich nur an. SEIN Blick war so liebevoll, warmherzig und voller Güte, dass ich nur noch in Tränen ausbrach und weinte… Diese Lichtgestalt - ich wusste, dass das Jesus ist, und gleichzeitig hatte ich die tiefe, innere Gewissheit, dass dies VATER-GOTT ist. Ich saß - bildlich gesehen - auf seinem Schoß und weinte meine ganze Last an seiner Schulter aus. Mit einer unumstößlichen Gewissheit „wusste“ ich, dass jetzt alles gut wird und ich fühlte, wie mein ganzer Körper, meine Seele - einfach alles in mir - sich auffüllte mit Hoffnung, Zuversicht, Freude und Kraft. 

Ich löste mich von dem Schweige-Versprechen...

Gott hatte mir vergeben und ER hatte sogar eine Zukunft mit mir geplant. Schritt für Schritt führte ER mich über einen längeren Zeitraum zu innerer Heilung und Wiederherstellung. In dieser Zeit lernte ich zuallererst die große Vaterliebe Gottes für mich kennen, dann erfuhr ich noch mehr Vergebung, lernte meinen Teil der Verantwortung zu übernehmen, den anderen Beteiligten und auch mir selbst zu vergeben. Und ich löste mich von dem Schweige-Versprechen. 

Ich wusste, dass ich nun auch mit meinem Kind versöhnt bin...

In einem letzten Schritt in seelsorgerlicher Begleitung erlebte ich, wie Jesus - mit meinem Kind auf dem Arm - auf mich zukam und ich erkannte, dass es ein Mädchen war. Ich gab ihr den Namen Maria-Anna und bat auch sie um Vergebung. Nach einer Zeit der inneren Zwiesprache mit Maria-Anna, gab ich sie zurück in Jesu Arme und wusste, dass ich nun auch mit meinem Kind versöhnt bin und wir uns eines Tages im Himmel wiedersehen werden. 

 

Seitdem ist es mir ein tiefer Wunsch, auch anderen Betroffenen zu helfen, mit Gottes Hilfe Vergebung, Wiederherstellung und neue Lebensfreude zu bekommen, um „Endlich wieder Leben!“ zu können. 

Erika Wick

 

 

 

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